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17.02.2025

Wie künstliche Intelligenz den Sport verändert

Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Sportwirtschaft und eröffnet völlig neue Möglichkeiten – von datengetriebenem Training bis hin zu innovativen Fan-Erlebnissen. Doch welche Chancen und Herausforderungen bringt diese Entwicklung mit sich? Guido Berger, Digitalredaktor bei SRF, gibt im Interview mit Dominik Schwizer, Sportökonom an der FH Graubünden, spannende Einblicke in die Auswirkungen von KI auf den Sport – von Leistungssteigerung und Wettkampfoptimierung bis hin zu ethischen und wirtschaftlichen Fragestellungen.

Wo liegen deiner Meinung nach die grössten Chancen für den Einsatz von KI in der Sportwirtschaft?

Ich verstehe unter dem schwammigen Begriff «KI», dass die Methode des maschinellen Lernens auf grosse Mengen von Daten angewandt wird, und dass dabei Muster von der Maschine entdeckt werden können. Das lässt sich natürlich auf den Sport anwenden, denn der moderne Sport ist in einer Digitalisierungs-Phase und generiert sehr viele Daten (übrigens nicht nur bei den Profis, auch Amateure mit Apps und Trackern ausgerüstet generieren mehr Daten als früher). Die clevere Auswertung dieser Daten müsste Rückschlüsse für Training und Wettkämpfe erlauben und wohl Leistungen verbessern.

Wie kann KI dazu beitragen, den Sport für Fans und Zuschauer noch attraktiver zu machen?

Generative KI kann die Echtzeit-Daten visualisieren und nicht nur einer Trainerin, sondern auch dem Publikum zugänglich machen. Sport-Berichterstattung ist ohnehin schon stark Daten-getrieben, hier gibt es wohl viele Anwendungsmöglichkeiten für generative KI.

Welche Herausforderungen oder Risiken siehst du beim Einsatz von KI im Sport, sei es in wirtschaftlicher, ethischer oder technischer Hinsicht?

Wer mehr Ressourcen in die Datenanalyse stecken kann, lässt andere hinter sich. Bereits bestehende Gräben werden sich wohl vertiefen, weil es sich nicht alle leisten können, Machine Learning zu betreiben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Dienstleister ab einem gewissen Punkt reguliert werden müssten, um nicht zu sehr wettbewerbsverzerrend zu wirken.

Ausserdem sehe ich die Sport-Wetten-Industrie als einen Haupttreiber der Digitalisierung und damit der Datensammlung und -analyse (mittels KI). Diese Industrie macht jetzt schon sehr viele Daten zugänglich, und nutzt diese Sichtbarkeit dafür, mehr Personen zu Wettenden zu machen. Generell befürchte ich, dass Sportwetten über Daten und KI noch viel stärker in den Sport hineinwachsen als jetzt schon.

Wie könnte künstliche Intelligenz die Arbeitsweisen in der Sportbranche verändern und welche neuen Kompetenzen könnten dadurch gefragt sein?

Zu Video-Analysten kommen Daten-Analysten dazu, die beispielsweise Ideallinien berechnen oder Spielzüge vorhersagen. Athletinnen und Coaches müssen dabei sehr gezielt vorgehen, um sich nicht in Datenbergen zu verlieren – welche Daten werden von wem gesammelt und wofür? Es tun sich auch Fragen der Kontrolle auf, gerade in Mannschaftssportarten – gehören die Daten dem Athleten oder dem Klub oder einem Dienstleister? Wer bezahlt wofür?

Das Thema „Künstliche Intelligenz in der Sportwirtschaft“ wird auch bei der Veranstaltung «Sportmanagement inside» am 17. März 2025 an der Fachhochschule Graubünden vertieft diskutiert. Die Veranstaltung bietet spannende Vorträge und Diskussionen mit Expertinnen und Experten aus der Branche.

Weitere Informationen zum kostenlosen Event


 

Kontakt

Fachhochschule Graubünden
Gian Andri Hässig (Studienleiter Sport Management)
E-Mail: gianandri.haessig@fhgr.ch
Web: fhgr.ch