

13.05.2026
Wie der DGV das Image des Golfsports verändern will
Der Deutsche Golf Verband (DGV) gehört mit knapp 700.000 Mitgliedern zu den Top Ten (Platz 8) der mitgliederstärksten Sportverbänden in Deutschland und ist aktuell kommunikativ im Aufbruch. Ein eigener Verbandspodcast, ein serielles Bewegtbild-Format mit prominenten Gästen, eine Kooperation mit YouTube und Content Creatorn sowie ein brandneues Branchenevent. Das Ziel dahinter scheint klar: Golf moderner, reichweitenstärker und für neue Zielgruppen attraktiver machen. Wir haben mit Konstantin Krüger, Kommunikationsleiter des Verbands, gesprochen und wollten wissen, welche Strategie hinter den Massnahmen steckt und wohin die Reise geht.
Du bist seit August letzten Jahres beim Deutschen Golf Verband und hast direkt eine Reihe neuer Kommunikationsformate angeschoben. Was war der Auslöser und wo hat der DGV aus deiner Sicht bisher kommunikativ Potenzial liegen gelassen?
In der Tat bin ich davon überzeugt, dass wir als Verband eine gute Ausgangslage haben, um gerade kommunikativ noch viel stärker in Erscheinung zu treten. Das Ziel ist, dass wir aus uns heraus Themen setzen und Impulse geben, von denen der gesamte Golfsport profitiert. Wir als Verband dürfen durchaus mit einem gesunden Selbstvertrauen mit unserer Kommunikation die Stärken der Sportart herausstellen. Davon profitieren die Golfclubs und ebenso die Golfspielenden, Profis wie auch Amateurspieler, sowie unsere Partner.
Mit „Lange Rede, kurzes Spiel" hast du einen eigenen Verbandspodcast gestartet, welcher zweiwöchentlich erscheint. Welche Zielgruppe wollt ihr damit erreichen und was ist der inhaltliche Anspruch des Formats?
Dass Audio nicht mehr wegzudenken ist und auch nicht mehr weggehen wird, ist hinlänglich bekannt. Von daher war es der logische Schritt, dass wir einen eigenen Podcast aufsetzen. Wir stehen da sicher noch in den Anfängen und werden genau schauen und stets überprüfen, welche Themen inhaltlich funktionieren. Zielgruppen sind auf jeden Fall die Golfclubs, die Golferinnen und Golfer sowie aber auch die breite Öffentlichkeit. Perspektivisch möchten wir auch sinnvoll unsere Partner integrieren. Von der Ausrichtung her war mir von Anfang sehr wichtig, dass es kein „weichgespülter“ Podcast ist, in dem alles rosa-rot gezeichnet wird. Vielmehr geht es darum, dass wir auch konstruktiv über Potentiale sowie Herausforderungen diskutieren.
„On Course" ist ein serielles Bewegtbild-Format, das du mit deinem Team ebenfalls neu aufgebaut hast. Gäste wie Alex Schlüter und Oliver Bierhoff zeigen, dass ihr prominente Namen gewinnen könnt. Wie ist das Konzept entstanden, und welche Rolle spielt Storytelling für den DGV?
Wohl keine andere Sportart wird so regelmässig und gerne von anderen Sportlerinnen, Sportlern sowie Personen aus dem öffentlichen Leben gespielt wie Golf. Das möchten wir mit und durch „On Course“ zeigen. Dass die genannten Personen zugesagt haben für so ein neues Format, zeigt, dass die Richtung stimmt. Und dass wir mit Titleist bereits nach der ersten Folge einen Partner in das Format integrieren konnten, zeigt zudem, dass es eine Relevanz hat
Beim Creators Golf Cup habt ihr mit YouTube und Content Creatorn zusammengearbeitet und mehr als 10 Millionen Follower erreicht. Was war die strategische Idee hinter diesem Ansatz? Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit mit Creatorn von klassischen Kooperationen mit Medienpartnern?
Speziell im Bereich der Content Creator sowie Influencer tut sich im Golf unheimlich viel. Man muss sich nur die jüngst veranstaltete OMR in Hamburg ansehen. Es gab zum ersten Mal gleich mehrere Turniere am Tag vorher und auch vor Ort war Golf Thema auf einem Panel. Wir als Verband sind gut beraten, diesen Weg sinnhaft mitzugehen und gerade im Hinblick auf die jüngere Zielgruppe sowie potentielle Partner eine geeignete Ansprache zu finden. Auch in diesem Jahr werden wir im Juli wieder mit YouTube einen Tag im Kontext Golf veranstalten.
Ein weiteres neues Format ist der DGV Golf Summit am 10. Juni 2026 im Golf & Land Club Berlin Wannsee. Was steckt hinter diesem Konzept und wen wollt ihr damit zusammenbringen?
Dieser Schritt ist eine Weiterentwicklung von bislang eher sportlichen Events wie Golfturnieren hin zu einem inhaltsstarken sowie Content-getriebenen Forum, das für Golfdeutschland, die Medien, Wirtschaft und Politik gleichermassen relevant ist. Der DGV Golf Summit soll den Golfsport attraktiv positionieren und wird Themen beleuchten, die eben nicht nur uns beschäftigen. Beispielhaft zu nennen in diesem Zusammenhang: Olympia, Sport-Marketing, KI und Daten sowie die Gewinnung neuer Zielgruppen. Perspektivisch können wir uns sehr gut vorstellen, dass das neue Format auch eine Budget- und Zahlungsbereitschaft bei Partnern auslösen kann. Daher sind wir dazu sehr eng mit der DGS, unserer 100-prozentigen Wirtschaftstochter, im Austausch.
Golf kämpft vielerorts mit einem Imageproblem bei jüngeren Zielgruppen: zu elitär, zu traditionell. Inwiefern sind diese neuen Formate ein bewusster Versuch, dieses Bild aufzubrechen? Und wie messt ihr, ob das gelingt?
Diese Bilder werden mir auch immer wieder in Gesprächen präsentiert. Ehrlich gesagt ist das schon etwas länger nicht mehr die Realität. Es bringt aber nicht allzu viel, wenn wir uns das intern sagen. Ich hatte eben schon das eigene Selbstvertrauen angesprochen. Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken mit unseren Themen, im Gegenteil. Die Tradition sehe ich zudem als eine grosse Stärke, gerade in den aktuellen Zeiten. Tradition darf nur nicht bedeuten, dass alles so bleibt wie immer.
Was die KPIs angeht, schauen wir natürlich auf Reichweite sowie Interaktion. Zudem ist das Feedback der Golfclubs sowie Partner extrem wichtig und wertvoll. Beim neuen DGV Golf Summit haben wir nach kurzer Zeit schon an die 70 Anmeldungen, was uns freut.
Ihr bespielt also eigene Formate aber setzt auch auf externe Reichweite über Creator und YouTube. Wie siehst du das Zusammenspiel dieser beiden Kommunikationsebenen und welche Rolle übernimmt jeweils welcher Kanal?
Das wird in diesem Jahr noch eine sehr wichtige Aufgabe sein, dass wir uns die eigenen Kanäle ansehen und auch nochmal stärker schärfen. Ohne jetzt zu tief in jeden einzelnen Kanal einzutauchen: aber dass wir mit Creatorn auf Facebook regelmäßig Content ausspielen, sehe ich nicht. Da ist Instagram und YouTube sicher passender. Für die Ansprache sowie Kommunikation mit den 700 Golfclubs werden wir uns in der internen Kommunikation auch weiterentwickeln und das DGV-Serviceportal, auf das alle Clubs zugreifen können, einem Relaunch unterziehen.
Wie soll sich der DGV in drei Jahren kommunikativ aufgestellt haben und was ist deine Vision für die öffentliche Wahrnehmung in der Zukunft?
Den jetzt eingeschlagenen Weg möchten wir konsequent weiter gehen. Golf hat ein riesiges Potential, das zeigen die Zahlen immer wieder, die wir verbandsseitig anhand von Marktforschung regelmässig erheben. Wir reden ganz sicher über eine siebenstellige Zahl.
Als moderner und offener Sport positioniert zu sein, der zugleich stolz auf seine Werte und Tradition ist. Dies als Dachverband in enger Verzahnung mit den Golfclubs zu erreichen, ist aus meiner Sicht ein lohnenswertes Ziel.
Kontakt
DEUTSCHER GOLF VERBAND e.V.
Konstantin Krüger (Bereichsleiter Kommunikation)
E-Mail: krueger@dgv.golf.de
Web: www.golf.de
