

08.07.2026
Vom Bezahlvorgang zum Fan-Erlebnis: Warum Payment im Stadion den Unterschied macht
Wenn tausende Fans gleichzeitig jubeln, bestellen und bezahlen wollen, entscheidet sich im Hintergrund, ob ein Event wirklich rund läuft. Denn im Stadion zeigt sich sehr schnell: Gutes Payment merkt man kaum, schlechtes sofort. Im besten Fall fällt Payment gar nicht auf – und genau dann macht es seinen Job besonders gut. Im Expertview erklärt Percy Grundhöfer, Head of Marketing bei der Commerz Globalpay GmbH, warum Payment heute strategisch gedacht werden muss – und wie integrierte Lösungen den Unterschied machen.
Payment wird im Stadion oft unterschätzt – welche Rolle spielt es heute wirklich für die Fan Experience?
Payment ist heute ein zentraler Bestandteil der Fan Experience. Früher war es eher ein notwendiger Schritt am Ende eines Kaufprozesses, heute beeinflusst es massgeblich, wie Fans ihren Stadionbesuch wahrnehmen.
Gerade bei grossen Events zählt jede Minute. Niemand möchte lange anstehen, wenn das Spiel weiterläuft. Schnelle, reibungslose Bezahlprozesse sorgen dafür, dass Fans mehr Zeit für das eigentliche Erlebnis haben – gleichzeitig steigt auch die Kaufbereitschaft, wenn der Prozess einfach funktioniert.
Hinzu kommt: Payment ist längst Teil der digitalen Fan Journey. Es ist eingebunden in Apps, Ticketing-Systeme und Loyalty-Programme und liefert wertvolle Daten, die Veranstaltern helfen, Angebote besser zu steuern und zu personalisieren.
Was macht eine moderne Stadionlösung im Payment-Bereich aus – und worin unterscheidet sich Ihre Lösung von klassischen Ansätzen?
Der entscheidende Punkt ist Integration. Moderne Stadionlösungen dürfen nicht aus einzelnen Bausteinen bestehen, die nebeneinander laufen, sondern sie müssen als Gesamtsystem funktionieren.
Unser Ansatz ist deshalb klar: Alles aus einer Hand – von der Kasse über Self-Order-Kioske und Terminals bis hin zum Back-Office. Für Betreiber bedeutet das einen zentralen Ansprechpartner und deutlich weniger Komplexität.
Gleichzeitig wird Payment im Idealfall „unsichtbar“ und läuft so unauffällig wie möglich im Hintergrund. Denn je nahtloser der Ablauf, desto besser ist die Experience – das gilt für klassische Verkaufsstände genauso wie für digitale Bestellprozesse.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Skalierbarkeit. Systeme müssen in der Lage sein, extreme Lastspitzen, etwa in der Halbzeit, stabil zu verarbeiten – und genau hier zeigt sich, wie leistungsfähig eine Lösung wirklich ist.
Grossevents wie die UEFA EURO oder die NFL bringen enorme Besucherströme mit sich. Wie gelingt es, Payment-Prozesse in solchen Szenarien stabil zu halten?
Grossevents sind der ultimative Stresstest für jede Payment-Infrastruktur, denn hier geht es nicht um den Normalbetrieb, sondern um maximale Auslastung in sehr kurzen Zeitfenstern.
Wir konnten in den vergangenen Jahren bei internationalen Turnieren und Events umfangreiche Erfahrungen sammeln – unter anderem bei europäischen Fussballmeisterschaften sowie im Umfeld der NFL.
Dabei geht es vor allem darum, bestehende Systeme intelligent zu ergänzen und nahtlos zu integrieren. In Merchandise-Umgebungen beispielsweise wird bestehende Kassensoftware durch leistungsfähige Hardware und stabile Payment-Prozesse ergänzt. Das sorgt dafür, dass auch bei hohem Besucheraufkommen alles zuverlässig funktioniert.
Ihr habt auch internationale Erfahrungen gesammelt, etwa im UK-Markt. Welche Learnings lassen sich übertragen?
Ein zentrales Learning ist, dass Komplexität einer der grössten Gegner effizienter Abläufe ist. Betreiber profitieren enorm davon, wenn sie nicht mit mehreren Dienstleistern und Systemen arbeiten müssen.
Das „Alles-aus-einer-Hand“-Prinzip ist deshalb ein klarer Vorteil: Wenn Kasse, Payment, Terminals und Back-Office ineinandergreifen, entstehen deutlich stabilere und effizientere Prozesse.
Gleichzeitig sieht man international, wie stark der Fokus auf Geschwindigkeit und Fan Experience gelegt wird. Diese Perspektive lässt sich sehr gut auf andere Märkte übertragen.
Neben Geschwindigkeit spielt auch die Steuerung im Hintergrund eine wichtige Rolle. Welche Bedeutung haben Daten und Back-Office-Lösungen?
Eine sehr grosse. Payment ist heute nicht nur Transaktion, sondern auch Datenquelle.
Echtzeit-Transaktionsdaten zeigen sehr genau, wo Nachfrage entsteht, welche Produkte besonders gut laufen und wann die kritischen Stosszeiten sind. Diese Informationen sind für Betreiber extrem wertvoll – sowohl für den laufenden Betrieb als auch für die Planung zukünftiger Events.
Back-Office-Lösungen helfen dabei, diese Daten nutzbar zu machen. Sie unterstützen bei der Personalplanung, der Warenlogistik und der Sortimentsgestaltung. Damit wird Payment zu einem Steuerungsinstrument, das weit über den Bezahlvorgang hinausgeht.
Ein Blick in die Zukunft: Wie wird sich Payment im Stadion weiterentwickeln?
Die Entwicklung geht klar in Richtung vollständig integrierter und möglichst unsichtbarer Prozesse. Bargeld wird weiter an Bedeutung verlieren, während kontaktlose und mobile Zahlungen zum Standard werden. Gleichzeitig sehen wir eine starke Entwicklung hin zu In-App-Ökosystemen, in denen Ticketing, Bestellung und Bezahlung zusammenlaufen.
Auch neue Technologien wie biometrisches Bezahlen oder Cashierless-Konzepte werden zunehmend relevanter. Ziel ist es, Wartezeiten weiter zu reduzieren und den gesamten Prozess noch intuitiver zu gestalten.
Am Ende wird Payment ein integraler Bestandteil eines datengetriebenen Gesamtsystems sein, das Geschwindigkeit, Komfort und Umsatz gleichermassen optimiert. Wer heute in moderne Stadionerlebnisse investiert, muss daher auch das Bezahlen neu denken – integriert, skalierbar und konsequent aus Sicht der Fans.
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