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26.08.2024 // Mike Kurt

Paris 2024: «The Tech Games»

Die Olympischen Spiele 2024 in Paris werden zweifellos als ein grosser Erfolg in die Geschichte eingehen und zudem einen bedeutenden Wendepunkt in der digitalen Transformation des Sports markieren. Sie waren die ersten Spiele nach der Covid-19-Pandemie und haben eindrucksvoll gezeigt, dass neue Technologien, digitale Geschäftsmodelle und innovative Formate eine immer zentralere Rolle im Sport einnehmen und somit für zukünftige Entscheidungsträger in der Sportindustrie von grosser Bedeutung sind.

Mit über 9,5 Millionen verkauften Tickets, mehr als je zuvor, perfekt in die Stadt integrierten Sportstätten, einer lebendigen Atmosphäre auf den Tribünen und packenden neuen Sportarten sowie emotionalen Wettkämpfen im Herzen Europas haben die Spiele von Paris 2024 weltweit herausragende Einschaltquoten erzielt. Allein in den USA lockten die Olympischen Spiele durchschnittlich 30,6 Millionen Zuschauer auf den Plattformen von NBCU an, was einem Anstieg von 82% im Vergleich zu den Spielen in Tokio entspricht und sie zu den meistgestreamten Spielen aller Zeiten macht.

Die Olympischen Spiele sind für viele internationale Sportverbände die wesentlichste Einnahmequelle und gleichsam die kommerzielle Lebensader, was die zunehmende Bedeutung kommerzieller und technologischer Entwicklungen der Spiele unterstreicht.

Bemerkenswert war dabei der Einsatz neuester Technologien in fast allen Bereichen der Spiele. Unternehmen wie Alibaba, Deloitte oder Intel nutzten Paris 2024, um ihre Fähigkeiten und technologischen Lösungen einem globalen Publikum zu präsentieren. Die digitalen Reichweiten der Olympischen Spiele 2024 erreichten dementsprechend neue Rekorde und revolutionierten, wie die Spiele weltweit verfolgt werden. Mit über 12 Milliarden Interaktionen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und einem Anstieg von über 32 Millionen neuen Followern während der Spiele, verdeutlichen diese beeindruckenden Zahlen die wachsende Bedeutung digitaler Plattformen.

Ein Meilenstein war die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI). Das IOC führte vor den Spielen ihre „Olympic AI Agenda“ ein, die in Paris erste Spuren hinterliess. Intel nutzte KI zur Identifikation vielversprechender Athleten, und ein KI-Chatbot unterstützte Athleten in Echtzeit, was besonders in stressigen Wettkampfphasen von Vorteil war. Omega implementierte neue Technologien zur Präzisionssteigerung in der Zeitmessung, darunter die hochauflösende Fotofinish-Kamera Scan ‘O’ Vision ULTIMATE. Auch setzten sie Computer Vision ein, um mittels KI-Modelle Athleten und Objekte zu verfolgen, was umfassende Leistungsdaten lieferte. Diese Technologie kam insbesondere im Beachvolleyball, Turmspringen, Tennis, Stabhochsprung und Gymnastik zum Einsatz, um Bewegungen zu verfolgen und entscheidende Momente zu analysieren.

KI verstärkte zudem die Sicherheitsmassnahmen und effektivierte den Stadionbetrieb. Erstmals setzte das IOC ein KI-gestütztes System ein, um Athleten vor Online-Missbrauch zu schützen, welches soziale Medien in Echtzeit in über 35 Sprachen überwachte.

Die technologische Entwicklung wird unbestritten weiterhin schnell fortschreiten. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sind bedeutende Fortschritte in allen relevanten technologischen Bereichen zu erwarten. Daher ist es entscheidend, sich schon jetzt intensiv mit den neuesten Technologien auseinanderzusetzen, um den zukünftigen Erfolg der eigenen Sportorganisation und der Athletinnen und Athleten zu sichern.


Das Seminar "Digital Business in Sports" am 22. Oktober 2024 in Zürich gibt Dir weitere Einblicke in die digitale Transformation im Sport.

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Kontakt

Fernfachhochschule Schweiz (FFHS)
Mike Kurt (Dozent Innovations- und Sportmanagement)
E-Mail: mike.kurt@ffhs.ch
Web: ffhs.ch