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26.11.2025

CSR im Sport-Marketing: Ohne geht's nicht

Corporate Social Responsibility (CSR) ist längst nicht mehr nur ein kommunikatives Beiwerk umfangreicher Markenstrategien: Nachhaltigkeit, gesellschaftliches Engagement und faire Werte verbinden Fans, Partner und Vereine zu einer starken Community stehen immer mehr im Fokus. In diesem Inside Artikel zeigen wir, wie CSR gezielt eingesetzt werden kann, um das Markenimage zu stärken, neue Zielgruppen zu erreichen und echten Mehrwert zu schaffen.

TSG 1899 Hoffenheim

TSG ist Bewegung

Mit der Entstehung des CSR-Konzeptes „TSG ist Bewegung“ wurde der konzeptionelle Ansatz nicht als ‚Nachhaltigkeitsstrategie‘ sondern als ‚nachhaltige Zukunftsstrategie‘ angesehen. Mit der Implementierung einher ging ein zentraler Wert für die Positionierung und Wahrnehmung der TSG Hoffenheim auch abseits des Platzes. Das war die Grundlage für unseren eigens entwickelten „Common Value Vermarktungsansatz“: Wir schaffen über unsere Partnerschaften und konkretes Wirken einen gesellschaftlichen Nutzen. Die Reichweite wird darüber quantitativ und qualitativ verstärkt. Und das wiederum wirkt sich messbar und nachhaltig wertsteigernd für den Sponsor, die TSG Hoffenheim und die Gesellschaft aus. Eine Triple-Win-Situation, sozusagen. 

Wissenschaftliche Studien untermauern, dass glaubwürdige nachhaltige Engagements die Wahrnehmung von Sponsoren positiv beeinflussen. Parallel dazu sehen immer mehr Unternehmen in einer nachhaltigen Transformation die Grundlage für eigene zukunftsfähige Geschäftsmodelle. Somit bieten der Fußball und wir als TSG hierfür eine ideale Plattform, wenn wir solche Partnerschaften mit eigenen Zielen verbinden. Das prägendste Beispiel für uns ist die Zusammenarbeit mit „PreZero“: Gemeinsam haben wir etwa als erstes „Zero Waste“ zertifiziertes Stadion deutschlandweit Maßstäbe gesetzt und wecken internationales Interesse.

Unter dem Strich stehen CSR-Konzepte und wirtschaftliche Interessen also per se nicht im Widerspruch, sondern sie können und sollten sich gegenseitig bedingen.

Stefan Wagner, Kommission Nachhaltigkeit, TSG 1899 Hoffenheim

Swiss Ice Hockey Federation (SIHF)

Verbindung von gesellschaftlicher Verantwortung und sportlicher Entwicklung

CSR ist ein zentraler Bestandteil unserer Kommunikationsstrategie, weil gesellschaftliche Verantwortung und sportliche Entwicklung für uns untrennbar verbunden sind. Unsere Programme setzen den Fokus vor allem auf soziale Nachhaltigkeit: Wir fördern Talente und bringen Eishockey gleichzeitig einem breiten Publikum näher, insbesondere Kindern und Schulen. Im Rahmen der 2026 IIHF-Weltmeisterschaft in der Schweiz bündeln wir verschiedene Projekte, darunter den Speedy Cup, die Swiss Ice Hockey School Trophy, den Denner Swiss Ice Hockey Day, Hockey goes to School sowie das Bastel- und Leseerlebnis Swiss Ice Hockey-Kids. Ziel ist es, Kinder aufs Eis und langfristig in Vereine zu bringen, um die Begeisterung für das Eishockey nachhaltig zu fördern.

Glaubwürdiges CSR stärkt unsere Marke: Es schafft Vertrauen, erhöht die Identifikation der Community und lebt von Authentizität. Wir kommunizieren nur das, was wir tatsächlich leisten.

Im Sponsoring verbinden wir wirtschaftliche Ziele mit gesellschaftlichem Nutzen, indem wir Partnerschaften so gestalten, dass beide Seiten profitieren. Ein Beispiel dafür ist der Denner Swiss Ice Hockey Day.

Martin Baumann, CEO, Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) 

Volleyball Bundesliga

Soziale Verantwortung als Grundbaustein des Sportmarketings

Unter dem Claim „Home of Respect“ verankern wir CSR als Leitwert unserer Marken- und Vermarktungsstrategie. Es macht die VBL für Unternehmen attraktiv, die wirtschaftliche Ziele mit Verantwortung verbinden wollen. Ökonomische Interessen und CSR-Ziele stellen für unssomit keinen Widerspruch dar – im Gegenteil.

Konkret setzen wir zwei Schwerpunkte: Erstens die Gleichstellung von Frauen und Männernim Volleyball, auch finanziell, als zentrales Element unserer sozialen Verantwortung. Zweitens die Förderung von Kindern und Jugendlichen, etwa durch den Volley-Wundertag mit niedrigschwelligen Sportangeboten für Kinder oder gemeinsam mit unserem Nachwuchspartner Sparda-Bank Baden-Württemberg, mit dem wir Sichtbarkeit für Volleyball-Talente schaffen.

© Jens Körner

Wir entwickeln unsere CSR kontinuierlich weiter, etwa wenn Teile der Partnererlöse lokale Volleyball-Projekte in Tansania unterstützen. Aktuell arbeiten wir zudem daran, unsere großen Events möglichst barrierearm zu gestalten. Auch Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung: Gemeinsam mit DEKRA haben wir den ökologischen Fußabdruck des DVV-Pokalfinals 2025 analysiert und setzen daraus abgeleitete Maßnahmen mit klar messbarem Impact für kommenden Ausgaben um. Diese Messbarkeit unterstreicht die Glaubwürdigkeit unseres Engagements und ist im wertebasierten Sportmarketing unerlässlich.

Kim Renkema, Geschäftsführerin, Volleyball Bundesliga

FC St.Gallen

Gesellschaftliche Verantwortung als kontinuierlicher Prozess

Beim FC St. Gallen 1879 haben CSR-Themen einen festen Platz und orientieren sich an den drei Handlungsfeldern Förderung von Kindern & Jugendlichen, Vielfalt & Inklusion sowie Klima & Umwelt. Diese Bereiche sind in unserer Nachhaltigkeitsstrategie verankert und geben uns eine klare inhaltliche Orientierung.

Wir sind uns bewusst, dass gesellschaftliche Verantwortung ein kontinuierlicher Prozess ist. Unser Ziel ist es, Themen transparent aufzugreifen und Schritt für Schritt weiterzuentwickeln – im Dialog mit Mitarbeitenden, Fans, Partnern und der Region.

In unseren Partnerschaften achten wir darauf, wirtschaftliche Interessen mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden. Dabei prüfen wir sorgfältig, wie sich gemeinsame Ziele sinnvoll aufeinander abstimmen lassen und wo Kooperationen unsere sozialen Handlungsfelder unterstützen können. Auf dieser Basis entwickeln wir Initiativen, die durch gezielte Aktivierungen, regionale Projekte und klar definierte Ziele einen nachvollziehbaren und realistischen Beitrag leisten.

Troy Lüchinger, Bereichsleiter Marketing, FC St.Gallen Event AG
 

Stiftung myclimate

CSR zu ignorieren ist ein No-Go

Gerade im Sport wird es sich eine Marke nicht mehr leisten können, CSR zu ignorieren – ob Veranstalter, Verein oder Sponsor. Ein authentisches Engagement, welches das Kern-Business begleitet, aber kein Feigenblatt darstellt, zahlt immer positiv auf die Markenwahrnehmung ein: Es stärkt Vertrauen, Differenzierung und emotionale Bindung. Wer Verantwortung übernimmt, zeigt Haltung – und das wird von Fans, Partnern und der Gesellschaft nicht nur honoriert, sondern zunehmend verlangt.

CSR-Konzepte strategisch umzusetzen bedeutet, sie nicht als isolierte Massnahmen, sondern als integralen Bestandteil der Markenstrategie zu verstehen. Denn so entsteht ein nachhaltiger und messbarer Impact. Wir unterstützen Unternehmen – gerade im Sportumfeld – dabei, ihre Klima- und Umweltwirkung zu bemessen, zu kommunizieren und gemeinsam mit ihrem Umfeld (Besucherinnen und Besucher, Sponsoren) glaubwürdige Schritte in Richtung "Netto-Null" einzuleiten. Dabei gilt: Perfektion ist nicht erforderlich. Entscheidend sind Transparenz und eine klare Ausrichtung auf langfristige Ziele.

Kai Landwehr, Leiter Global Marketing, Stiftung myclimate

Sportunion Österreich

Gezielte CSR-Werkzeuge etablieren

Für Österreichs größten Sportdachverband SPORTUNION, eine Non-Profit-Organisation und ein Serviceverband im Sport, und ihre 4.700 Vereine ist Corporate Social Responsibility nicht nur ein Schlagwort, sondern ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Jede Maßnahme, jeder Service, jedes Projekt der SPORTUNION verfolgt das Ziel, gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Sportvereine übernehmen dabei vielfältige Aufgaben, die weit über die reine Bewegungsförderung hinausgehen: Sie schaffen soziale Treffpunkte, integrieren Menschen unterschiedlicher Herkunft, vermitteln Werte und leisten einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Prävention. Unternehmen, die diese gesellschaftliche Wirkung unterstützen, investieren daher nicht nur in Sport. Sie investieren in die Lebensqualität der gesamten Gemeinschaft.

Ein Meilenstein war 2024 in Österreich zweifellos die Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden auf Sportvereine. Dadurch erhalten gemeinnützige Vereine neue finanzielle Möglichkeiten, während Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement noch gezielter einbringen können. Ein praktisches Werkzeug dafür bietet die SPORTUNION-Spendenplattform, mit der Vereinen und Unternehmen ein modernes Tool zur Verfügungsteht, um CSR-Aktivitäten einfach, transparent und wirksam umzusetzen. Sie erleichtert die digitale Spendenabwicklung, schafft Transparenz, unterstützt projektbezogene Förderungen und übernimmt die automatische Datenübermittlung für die steuerliche Absetzung. Damit wird CSR für Unternehmen wie Vereine einfacher, sichtbarer und wirkungsvoller und stärkt den gemeinnützigen Sport nachhaltig.

Peter McDonald, Präsident, Sportunion Österreich

TVB 1898 Handball

Die Marke sozial aufladen

Beim TVB Stuttgart ist das Thema CSR kein leeres Versprechen, sondern fest in unserer Markenstrategie verankert. Unser Social-Goal-Programm bündelt soziale Nachhaltigkeit mit konkreten, messbaren Aktionen: Wir engagieren uns in Inklusion (etwa durch unser Audiodeskriptionsprogramm), organisieren Blutspendeaktionen mit dem DRK, unterstützen die DKMS mit Registerkampagnen und fördern gesellschaftliches Engagement über unsere „Tore für mehr Nachhaltigkeit“-Crowdfunding-Aktion oder "RES auf Tour". Ein wichtiger Bestandteil sind selbstverständlich auch unsere über 150 Schul- und Vereinskooperationen.

Unser jährlicher Nachhaltigkeitsspieltag ist ein zentrales Instrument, um gemeinsam mit Partnern wie den Stadtwerken Stuttgart sichtbaren Impact zu schaffen: Müll-Cleanups, interaktive Aktionen zur Erst-Hilfe und ein besonderes Nachhaltigkeitstrikot aus recyceltem Polyester verstärken die Botschaft. 

Dieses Engagement stärkt unser Markenimage: Fans, Partner und Sponsoren erleben den TVB als verantwortungsbewussten und werteorientierten Verein. Gleichzeitig gelingt es uns, wirtschaftliche Interessen mit CSR-Zielen zu verbinden: Unsere Sponsoren beteiligen sich gezielt an Aktionen und Spieltagen, weil sie echte Mehrwerte in der sozialen Nachhaltigkeitskommunikation sehen. So schaffen wir Win-Win-Situationen – für den Sport, die Gesellschaft und unsere Marke.

Martin Jux, Partnermanagement, TVB 1898 Handball

Anpfiff ins Leben

CSR ist mehr als ein Add-on

Wirksames CSR entsteht dann, wenn es strategisch gedacht und konsequent umgesetzt wird. Für uns bei Anpfiff ins Leben bedeutet das: CSR ist kein Add-on, sondern ein klar strukturierter Prozess, der gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern individuell entwickelt wird. Statt standardisierter Pakete orientieren wir uns eng an deren Zielen und schaffen so echte Perspektiven für Kinder, Jugendliche und Sportvereine. 

Nachhaltiger und messbarer Impact gelingt jedoch nur, wenn CSR fest in der Marken- und Unternehmensstrategie verankert ist. Das zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit der BBBank: Erst wenn Werte, Ziele und Ressourcen ineinandergreifen, können Projekte wie das „BBBank VereinsLab“ – das ich am 02.12.2025 bei SPORT MARKE MEDIEN vorstelle – erfolgreich werden, Sportvereine wirklich stärken und nachhaltigen Impact erzeugen. 

Glaubwürdiges CSR prägt zudem die Markenwahrnehmung entscheidend. Menschen erkennen schnell, ob Engagement authentisch ist. Die BBBank lebt ihren Anspruch als „Möglichmacher“ und unterstreicht ihn durch ein Engagement, das – unterstützt durch die Expertise von Anpfiff ins Leben – Vereine konkret weiterentwickelt und gesellschaftlichen Mehrwert schafft.

Jonas Bauer, Fachverantwortlicher Fundraising & Leitung Sponsoring, Anpfiff ins Leben

SSM – Agentur für sportliche Marken

Qualität vor Quantität: Echte Verantwortung macht Marken stark

CSR ist für uns kein Zusatz, sondern ein strategischer Hebel, um Markenprofil, Zielgruppenansprache und gesellschaftlichen Mehrwert zu verbinden. Entscheidend ist eine klare Wirkungslogik: Welche Themen passen glaubwürdig zur Marke, wie erzeugen wir sichtbare Veränderung und wie messen wir den Impact? Nur wenn CSR fest in der Markenstrategie verankert ist, entfaltet es echte Wirkung – für Marke, Fans und Community. Der von unserem SSM-Team organisierte HandiCUP zeigt das exemplarisch: Ein Format für Menschen mit Beeinträchtigung, das Haltung nicht nur kommuniziert, sondern erlebbar macht und neue Zielgruppen emotional erreicht.

Glaubwürdiges Engagement stärkt das Markenimage, weil Menschen spüren, wenn Werte nicht nur behauptet, sondern aktiv gelebt werden. Gerade im Sport – einem Umfeld voller Emotion und sozialer Verbundenheit – wird CSR zu einem Differenzierungsmerkmal, das Vertrauen aufbaut, Nähe schafft und Marken in Communities verankert, die mit klassischer Werbung kaum erreichbar wären.

Mein Impuls an Markenentscheidende: Nutzt die Kraft des Sports, um Haltung erlebbar zu machen. CSR muss nicht perfekt sein – aber ehrlich, kontinuierlich und mutig. Wer Werte wirklich lebt, schafft mehr als Reichweite: echte Relevanz.

Oliver Lück, Managing Director, SSM | Agentur für sportliche Marken